Wege ins Management

„Es hat Spaß gemacht !“

Die Älteren unter uns werden sich noch an die AKS-Legende Rudi Allert erinnern, den Mathe- und PoWi-Lehrer, der vor 10 Jahren in den Ruhestand getreten ist. Sein Vermächtnis an „seine“ Schule: der Workshop „Wege ins Management“, in dem interessierte Schüler*innen der Jahrgangsstufe Q1/2 (11. Klasse) einen Einblick in die Ausbildung und den Berufsweg für Managementpositionen vermittelt bekommen sollen. Seit mittlerweile acht Jahren heißen die Projekt-Verantwortlichen seitens der Schule Alexandra Reiß, ihres Zeichens ebenfalls PoWi-Lehrerin, und Ute Keppler, Leiterin der Oberstufe.

Doch nach 10 Jahren bahnt sich erneut ein Wechsel an entscheidender Stelle an: Die pro Jahr 7 Nachmittagsveranstaltungen werden traditionell vom Rotary-Club Kronberg ausgerichtet. Die Führungskräfte aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, die sich und ihren Werdegang im Rahmen von fünf Veranstaltungen vorstellen, wurden bisher von keinem geringeren gewonnen als Dr. Thomas Rüschen, dem Chef der Deutsche Oppenheim Family Office, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bank.

Rüschen danach befragt, was ihn seinerzeit bewegte, die Aufgabe des Koordinators sowie Hauptreferenten zu übernehmen, antwortet ganz spontan, dass es ihm Spaß gemacht habe, jungen Menschen seine Erfahrungen weiterzugeben. Auch er habe sich ein Jahr vor dem Abitur gefragt, wie es danach weitergehen solle, und sei froh gewesen, Leute gefunden zu haben, aus deren Fundus er habe schöpfen können. Wichtig sei es ihm zudem, den Abiturienten die Angst zu nehmen vor sog. Niederlagen: „Kein Berufsleben verläuft 35, 40 Jahre lang linear, es gibt immer Wendungen. Selbst wenn man nach einem Jahr Studium feststellt: ‚Das ist nichts für mich!’, muss man sich sagen: ‚Brich’s ab – fang’ was Neues an!’“ Insbesondere Mädchen sollten von dem Workshop profitieren und lernen, dass man Familie und Karriere unter einen Hut bringen kann.

PoWi-Lehrerin Reiß überreicht Rüschen Dankeschönpräsente, die sogleich paritätisch zwischen seiner Gattin und ihm aufgeteilt werden. Sie hebt dabei hervor, wie sehr die Pennäler davon profitiert hätten, dass er Referenten aus vielen bekannten Wirtschaftsunternehmen habe gewinnen können. Zugleich wünsche man sich aber, so Studienleiterin Keppler, Treffen mit den Schüler*innen außerhalb der AKS, denn auch ein fremder (Lern-)Raum könne seinen Reiz haben, nicht nur die Tätigkeiten allein, Vorträge, die weniger biographisch gehalten seien, und in Zukunft mehr weibliche Referenten.

Wem aber übergibt denn nun für die kommenden Jahre Thomas Rüschen die Staffel? Der „Neue“ ist gebürtiger Berliner, heißt Dr. Jörg Andriof und kommt ursprünglich aus dem Investmentgeschäft. 10 Jahre lang hat er für DHL die Flotte dieses weltweit größten Logistikers, der mehrheitlich Eigentümern außerhalb Deutschlands gehört, mit aufgebaut und arbeitet nun bei einem singapurischen Flugzeug-Leasing-Unternehmen, das seinerzeit als erstes für DHL flog. Andriof ist Vater zweier fast erwachsener Kinder und hat einen sehr deutlichen Standpunkt zu G8: Er selbst habe noch das Abitur nach 12 Jahren gemacht, wenn er aber sehe, wie die Kinder heutzutage verplant seien, viermal die Woche und mehr Aktivitäten nachgingen neben der Schule, dann sei er für G9. Nur unter diesen Bedingungen hätten die Kinder wirklich Zeit für nachhaltiges Lernen und Soziales, würden wieder kreative Gedanken entwickeln, um das Mehr an unverplanter Zeit selbst verantwortungsvoll zu gestalten. Apropos Treffen außerhalb der Schule: Im Bereich „Flughafen / Piloten“ etc. werde er einiges organisieren können, sei ja schließlich sein ureigenster Bereich.

Bleibt nur zu hoffen, dass die erste Veranstaltung mit dem „Neuen“ Ende Oktober auch wirklich leibhaftig stattfinden kann und nicht im Video-Chat!

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne: die Workshop-Verantwortlichen auf den Stufen des Campus B

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