Erdkunde

2015_Foto Weltkugel

„Nichts bildet und kultiviert den gesunden Verstand mehr als Geographie.”
                                                                                                                    (Immanuel Kant) 

Das Schulfach Erdkunde mit seiner Bezugswissenschaft Geographie steht an der Schnittstelle zwischen den Gesellschafts- und Naturwissenschaften. Es betrachtet die großen thematischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, die sich in diesem Grenzbereich befinden: Klimawandel, Globalisierung, Bodenzerstörung und Wüstenausbreitung, Wasserproblematik, Endlichkeit von Ressourcen, Naturkatastrophen, räumliche Ungleichgewichte, Bevölkerungsentwicklung, Ernährungssicherung, Verstädterung, Raumplanung und Nachhaltigkeit. Dies passiert vernetzend und im regionalen sowie globalen Maßstab.

Die Fähigkeit zur räumlichen Orientierung wird in besonderem Maße geschult und beschränkt sich nicht nur auf „Stadt-Land-Fluss“, sondern umfasst z.B. Vegetations- und Klimazonen der Erde und deren Wandel, die Nutzung des Gradnetzes, Kartenlesekompetenz und den medienkritischen Umgang mit Google Earth, Navigationssystemen, sowie die Fernerkundung und Auswertung von Satellitenbildern.

Das vernetzte Denken an konkreten Raumbeispielen ist eine große Stärke dieses Faches und ermöglicht einen umfassenden Blick auf Probleme unserer Zeit und nicht zuletzt das Finden von Lösungsmöglichkeiten.

Um der inhaltlichen Auseinandersetzung mit aktuellen und zukünftigen Herausforderungen unserer Gesellschaft gerecht zu werden, sehen sich die Erdkundelehrer/innen im Konflikt mit wiederholten Stundenkürzungen in den hessischen Lehrplänen. Das Fach Erdkunde ist in der Unter- und Mittelstufe häufig epochal, in der Oberstufe kein verbindliches Unterrichtsfach mehr und in die Randstunden am späten Nachmittag verdrängt. Es können oftmals nur exemplarisch und oberflächlich Einblicke in die Vielfalt von Räumen und Handlungsweisen gegeben werden. Eine Denkwende hin zu einer erhöhten Wertschätzung des Faches Erdkunde und einer Gleichstellung mit anderen Gesellschaftswissenschaften wäre wünschenswert, denn auch schon Alexander von Humboldt wusste:

„Die gefährlichste Weltanschauung ist die, die die Welt nicht angeschaut hat.”

© 2015 Altkönigschule Kronberg. All rights reserved.