Ja sagen und laut sprechen

Der Improvisationstheaterabend an der AKS war ein voller Erfolg!

Vom 18.06. bis zum 21.06. haben wir, die Theatergruppen von Rita Eichmann und Lisa Reißfelder, an einem Theaterprojekt teilgenommen, das von der Improvisationstheater­gruppe RequiSiT geleitet wurde.

Während all unsere Mitschüler in der Projektwoche um 12 oder spätestens um 13 Uhr nach Hause gingen, standen wir Tag für Tag bis mindestens 15 Uhr auf der Probebühne; galt es doch, bis Donnerstagabend ein bühnenreifes Programm zusammenzustellen. Was das bedeutete, wurde uns sofort klar: Theaterspielen ohne zu wissen, was auf einen zukommt, ohne Vorgaben, ohne einen Text, den man lernen kann und der einem Halt gibt.

Wir mussten schnell assoziieren, reagieren und improvisieren. Anfangs machte uns das sehr unsicher. Aber Nora Staeger und ihr Team haben uns super angeleitet, uns viele Tipps gegeben und uns gezeigt, wie wir selbstbewusst auftreten. Die wichtigste Regel beim Improvisationstheater heißt: „Ja sagen“. Gemeint ist damit, dass man sich auf die Ideen seiner Mitspieler einlassen und diese gemeinsam weiterentwickeln soll. Wir sollten uns also nicht vorher schon überlegen, was wir gleich auf der Bühne sagen oder spielen wollen, sondern ganz spontan mit der ersten Assoziation, die uns in den Sinn kam, reagieren. Dazu gehört, sehr wachsam zu sein und Ideen der Mitspieler sofort aufzugreifen. Damit ist das Improtheater in hohem Maße ein „Ensemble“-Theater, das von der guten Zusammenarbeit lebt und davon, dass sich alle zugunsten der Geschichte, die auf der Bühne spontan entsteht, selbst etwas zurückstellen.

Wir hätten nie gedacht, dass uns das nach vier Tagen wirklich gelingen würde. Während der Projektwoche haben wir mit unseren Coaches Nora, Sascha, Heinz und Sina lustige Warm-up-Spiele gespielt und die verschiedensten Impro-Übungen gemacht. Eines davon heißt „Publikumsspiel“.

Bei diesem Spiel werden Freiwillige aus dem Publikum direkt an den vorderen Bühnenrand geholt. Das Publikum bestimmt einen Ort, an dem die Szene spielen soll. Zwei Spieler auf der Bühne beginnen dann an diesem für sie überraschenden Ort eine Szene zu spielen. An beliebigen Stellen in dem Dialog stoppt ein Spieler mitten im Satz und deutet auf die Freiwilligen. Diese müssen den Satz spontan beenden oder einfach ein passendes Wort laut rufen und geben damit vor, wie die Geschichte weitergeht. So entsteht eine witzige Mischung aus den Improvisationsideen der Spielenden und den Vorschlägen des Publikums.

Begeistert waren wir auch von dem Spiel, bei dem plötzlich ein Gegenstand spricht, aber dies nur von einem der Spieler bemerkt wird, was zu lustigen Missverständnissen führt, und von dem „Abklatsch“-Spiel, bei dem durch ein Klatschen zwei Spieler mitten im Spiel „einfrieren“ und ein dritter Spieler einen der beiden ablöst, indem er seine Körperhaltung genau nachahmt und dann aber durch eine neue Idee der Szene eine völlig andere Richtung gibt.

Am Donnerstagabend waren wir alle dann doch sehr aufgeregt. Würde uns immer etwas einfallen? Würde das Publikum mitziehen? Und würde es uns gelingen, die zweitwichtigste Regel, nämlich laut zu sprechen, gut umzusetzen?

Das Publikum in der Aula der Altkönigschule war auf jeden Fall großartig. Mit tollen Ideen und Vorschlägen haben sie uns wunderbare Aufgaben gestellt und uns ganz oft mit lautem Lachen und tosendem Applaus belohnt. So hatten Elisa, Mika, Valerie, Julia, Lenny und Finn die Aufgabe, pantomimisch auf einer Parkbank zu sitzen und sich dann durch einen ätzenden Geruch vertreiben zu lassen. Sophie und Mika durften beim Staubsaugen von einem Gefühl immer wieder in das gegenteilige Gefühl „springen“ und sollten dabei die Szene ganz „normal“ weiterspielen. Frenetischen Applaus ernteten Caspar und Valerie, die in ihrer Geschichte von einem Genre zum anderen wechseln mussten und dabei sowohl im Psychotriller, im Bauerntheater, in der Märchenfantasy und sogar in der Oper brillierten.

Nicht zuletzt erriet Eleni die besondere Erfindung, die sie in einer Talkshow dem Moderatorenteam Dajana und Tom vorstellte: Die hinter ihr versteckte Tyler machte so tolle Gesten, dass Eleni erriet, dass der zu erratende Vorschlag aus dem Publikum eine „laut vorlesende Lesebrille“ war.

Am Ende des Abends konnten die Schauspieler gar nicht fassen, dass sie „wirklich so gut waren“. Auch die Profis von RequiSit waren voll des Lobes. „Mit so hochmotivierten Schülern, die als einzige Kritik äußern, dass die 30-minütige Mittagspause zu lang war, haben wir noch nie gearbeitet. Ihr wart wirklich toll“, freute sich Theaterpädagogin Nora Staeger und dankte dann auch noch einmal dem Sponsor der Projektwoche, der Software AG Stiftung Darmstadt.

Anschließend erkämpften sich Ricardo, Caspar und Marleen das Mikrofon und bedankten sich für die großartige Woche. Es sei eine ganz tolle Erfahrung, als echtes Ensemble auf der Bühne gestanden und so viel Applaus geerntet zu haben. „Und dass man in der Schule so viel Spaß haben kann, hätte ich nie gedacht“, gestand Marleen augenzwinkernd.

                            Gruppenfoto „Junioren“ (Mittelstufe)

          Gruppenfoto „Senioren“ (Oberstufe)

Amelie Steinbacher und Valerie Pilz

 

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