Berufs- und Studien- orientierungstage

Standortvorteil Kronberg – die Berufs- und Studienorientierungstage an der AKS

Die Schule solle nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch vorbereiten auf die Zeit nach dem Abitur. Das ist die Forderung, die immer wieder aus größeren Firmen und Handwerksbetrieben verlautbart wird. An der Altkönigschule gibt es daher „zwischen den Halbjahren“ für die Schüler*innen der Klassenstufe 11 (Q1/2) an vier Tagen die Möglichkeit, über den schulischen Tellerrand hinauszublicken.

Während sie zu Anfang dieser Sonderwoche die Angebote der Frankfurter Hochschulen besuchen, findet an weiteren zwei Tagen die Berufsorientierung statt, bei der Alexandra Reiß, Lehrerin für Politik und Wirtschaft sowie Initiatorin und Organisatorin der Berufs- und Studienorientierungs-Woche, und ihre Kollegin Rifka Ajnwojner selbst ein Assessmentcenter durchführen, in dem die Jugendlichen ihre Kooperations- und Problemlösungskompetenz unter Beweis stellen müssen.

Doch die beiden haben sich weitere professionelle Hilfe ins Boot geholt. Zum einen führen Referent*innen der AOK Hessen mit den Oberstuflern ein Bewerbungstraining durch, zum anderen freut sich die Schule besonders, Herrn Alexander Hajek von Procter & Gamble aus der unmittelbaren Kronberger Nachbarschaft erneut als Teamer zu begrüßen. Gemeinsam mit ihm können drei Schülergruppen à etwa 12 Personen Bewerbungsgespräche durchführen und anschließend reflektieren. Hierzu sollen sich die Schüler*innen in „konservativer“ Weise kleiden – als ob sie sich auf eine gehobene Position bewerben würden – und eine Bewerbungsmappe samt Lebenslauf und Anschreiben mitbringen. Und tatsächlich: So liberal unsere Gesellschaft auch scheinen mag, gibt Hajek den Ratschlag: „Overdressed ist besser als underdressed!“ und betont damit die Wichtigkeit der Kleidungswahl beim Vorstellungsgespräch.

Daraufhin gehen der Personaler und die Schüler*innen die im Bewerbungsinterview gestellten Fragen und Antworten durch, indem zunächst die Zuschauer*innen die Ergebnisse aus ihren Beobachtungsaufträgen benennen. Ein Drittel der Teilnehmenden fokussiert sich dabei auf die Gründe für die gestellten Fragen, ein weiteres auf das Verhalten der/des Interviewten und das letzte Drittel schätzt die gegebenen Antworten ein. Danach erläutert Hajek, man müsse sich dem Gegenüber vor allem initiativ präsentieren, die Schuld für schlechte Noten etwa nicht von sich wegschieben, sondern konstruktiv zeigen, dass man das ändern wolle. Die Firmenvertreter sollten zudem den Eindruck bekommen, dass man sich mit dem Unternehmen beschäftigt hat und welche Perspektiven man für sich selbst dort sieht.

Dabei sei es besonders wichtig, seine eigenen Stärken zu kennen. Hajek fragt einen Teilnehmer danach, was dieser nicht gut könne, die Antwort flutscht nur so. Hajek fühlt sich bestätigt, meint, Schule sei zu defizitorientiert, bittet daher eine andere Teilnehmerin, drei ihrer Stärken zu nennen. Die Antwort ist zögerlich, u. a. meint sie „Teamfähigkeit“. Hajeks Reaktion kommt dafür umso rascher: „Erzähle mir eine Geschichte, wie sich deine Teamfähigkeit äußert!“ Dem Personaler geht es dabei nicht um ein Warming-Up mitten im Gespräch, sondern ums CAR-Prinzip (Context – Action – Result), aus dem Privaten das Exemplarische und für die zukünftige Tätigkeit Relevante herauszuarbeiten. Auch Fragen zum Lernen für das anstehende Abitur stellt er: Wie und mit wem man sich denn vorbereite, mit den Eltern, mit Freunden ; warum sie die geeigneten Lernpartner seien, will er wissen. Die Firma wolle schließlich auch wissen: „Ist jemand in der Lage, erfolgreich zu arbeiten?“

Die anderthalb Stunden vergehen schnell und Hajek meint, danach gefragt, warum es P&G und ihm so wichtig sei, jedes Jahr an die Altkönigschule zu kommen, dass man im Sinne guter Nachbarschaft als Kronberger Firma den ansässigen Schüler*innen nicht nur eine Orientierungshilfe geben wolle, sondern auch Antworten auf Fragen, die ihnen später mal gestellt werden könnten. Denn auch wenn wir diese Schüler für eine selbstbewusste Generationen hielten, so stimme dies nur zum Teil. Dank Internet und sozialer Medien wüssten sie zwar, sich nach außen hin zu präsentieren, ihre Stärken könnten sie aber nur unzureichend einschätzen und da gebe es eben noch großen Unterstützungsbedarf.

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