Abschlussfeier der Haupt- und Realschulklassen

„Viele Dinge haben wir gelernt, einige davon haben wir sogar verstanden!“ – Abschlussfeier der Haupt- und Realschulklassen an der Altkönigschule

Der Ablauf der Feierlichkeiten am vergangenen Freitag ähnelte dem der Verabschiedung der Abiturienten vor zwei Wochen: nicht mehr als 100 Personen gleichzeitig in der großen Aula der AKS und daher ein Reigen dreier Abschlussfeiern. Die beiden Hauptschulklassen (30 Adoleszenten) erhielten gemeinsam ihre Zeugnisse, dann die zwei jeweils größeren Realschulklassen einzeln nacheinander. Insgesamt erhielten an diesem Abend rund 75 Absolvent*innen ihre Zeugnisse. Viele werden zwar eine Ausbildung anfangen werden, nicht wenige aber auch weiter zur Schule gehen; sei es wegen des Realschulabschlusses an die Berufsfachschule oder eben an eine Fachoberschule, ein Berufliches Gymnasium bzw. die Oberstufe der AKS.

„Es ist geschafft!“, mit diesen Worten eröffnete Christian Müller, kommissarischer Leiter des Haupt- und Realschulzweiges, seine Rede und forderte die Abschlussklassen auf, sich selbst tüchtig zu applaudieren. Schließlich sollten sich die Jugendlichen nicht einreden lassen, der Corona-Jahrgang zu sein, vielmehr stünden hier Persönlichkeiten, die in diesem Jahr unter schwierigsten Bedingungen Anerkennenswertes erreicht hätten. „Mal wurde geschimpft, mal geweint, zumeist hat man sich aber gefreut“, so fasste Müller die Schulzeit zusammen, um schließlich den vier Klassenlehrerinnen für ihre großartige Arbeit zu danken, denen es gelungen sei, „mit viel Herzblut“ für ihre jeweiligen Gruppen wahre Pädagoginnen zu sein.

Schulleiter Martin Peppler, mittlerweile darin geübt, nicht mehr nur einmal pro Entlassungsfeier ans Rednerpult zu gehen, betonte, wie wichtig es der Schulleitung gewesen sei, „ihre“ Schüler*innen in einem würdevollen Rahmen zu verabschieden ; umso mehr, als alle Jugendlichen es geschafft hätten, mit Ausdauer und Willen ihre Schullaufbahn mit tollen Abschlüssen zu Ende zu bringen. Dabei sei es dank dem Einsatz der unterrichtenden Pädagogen gelungen, den Jugendlichen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern insbesondere Werte. Als Vater wisse er selber, dass Erziehung zwar Mühe mache, es sich aber immer lohne. Zwei Wünsche gibt Peppler den Jugendlichen mit auf den Weg: „Nutzt eure Freiheit klug und verantwortungsbewusst und bewahrt euch die guten Erinnerungen an eure Schulzeit!“

Aufgrund der Corona-Beschränkungen konnten auch die beiden Bürgermeister der Städte Kronberg und Steinbach nicht persönlich erscheinen, sandten den Anwesenden aber Video-Botschaften. Kronbergs scheidendes Stadtoberhaupt Klaus Temmen zollte den Jugendlichen seinen Respekt sowie seine Anerkennung dafür, wie erfolgreich sie ihren Abschluss trotz aller Einschränkungen gemeistert hätten, und forderte sie auf, sich zukünftig im Gemeinwesen zu engagieren: „Ich zähle auf Sie!“ Auch Steinbachs Rathauschef Steffen Bonk übermittelte seine Glückwünsche und ermutigte die Jugendlichen: Seines Erachtens sei das Abitur nicht der einzig wahre Abschluss, vielmehr hätten alle an der Altkönigschule, einer der besten und renommiertesten Schulen des Hochtaunuskreises, das nötige Rüstzeug für ihren weiteren Lebensweg erhalten.

„Nach diesem offiziellen Teil kommt“, wie H-Klassenlehrerin Gesine Walz nicht ohne einen Funken Ironie überleitete, „der hochoffizielle Teil, nämlich die Zeugnisausgabe.“ Und gerade diese eigentlich ritualisierte Etappe gestaltete sich so individuell, wie es jede(r) einzelne Absolvent/-in dieser vier ehemaligen Lerngruppen gewesen ist.

Walz und ihre Kollegin Phuong Thu Nguyen hatten eine Photo-Show aus Bildern zusammengestellt, die die Absolvent*innen in jüngeren Jahren zeigten. So wusste nicht nur ein(e) jede(r) sofort, wer auf die Bühne zur Zeugnisübergabe zu kommen habe, sondern nie stand jemand alleine vor der Gruppe, stets hatte man Freund und Freundin zur Seite. Walz und Nguyen ließen es sich dabei nicht nehmen, in Erinnerungen an Ausflüge, Praktika, soziale Leistungen oder gemeinsam Erlebtes zu schwelgen und zugleich  Kolleg*innen, anwesenden zukünftigen Ausbildern oder den Eltern zu danken. Weil sie „ihre“ ehemaligen Schützlinge nicht drücken konnten, erhielten diese goldne Luftballons in Herzchenform.

Sah man hinter den Masken, an deren Produktion ebenfalls die für die Schülerbibliothek der AKS verantwortlichen Mütter mitgewirkt hatten, bei den H-Abschlussklassen mehr Freund*innen als Begleitpersonal, so erkannte man bei den R-Abschlussklassen eindeutig mehr Familienmitglieder. Und statt Photo-Show hielten Lehrerinnen und Klassensprecher ihre Reden. Bettina Winterling, R-10-Klassenlehrerin, stellte namentlich die Aufgabe der Schule als Vermittlerin von Werten heraus: „Hilfsbereitschaft, Solidarität und Gerechtigkeits-empfinden sind notwendig für eure Vertrauens- und Persönlichkeitsbildung!“ Sie forderte die Jugendlichen ebenso dazu auf, offen und neugierig zu bleiben, sich nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen, authentisch zu sein, vor allem aber: „Vergesst uns nicht ganz!“

Ganz bestimmt nicht, denn die Schüler-Rhetoren gedachten zunächst mit einem breiten Schmunzeln all der Fächer, die sie für immer „verfolgen“ würden, dankten dann aber nicht nur der Schulleitung dafür, dass diese ihnen diese Feier ermöglicht hat, sondern in ganz rührender Weise ihrer Lehrerin Frau Winterling, die ihnen stets wie eine Freundin gewesen sei, die sie beschützt habe. Der Schulleiter hat Recht: Erziehung macht Mühe, aber sie lohnt eben immer!

Goldene Luftballons bei der Verabschiedung der H9-Abschlussklassen:
„Unser Herz ist schwer, euch gehen zu lassen!“

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